Ein Fingernagel, ein Hautanhangsgebilde, ist so gesehen nichts anderes als eine verhärtete Hornplatte, welche aus Keratin besteht. Der Nagel, auch Nagelplatte genannt, ist etwa 0,5 mm dick, was aber je nach Mensch variieren kann. Grundsätzlich kann man den Nagel einteilen in Nagelmatrix, Nagelplatte, Nagelbett und Nagelwall / Nagelfalz.

Die Nagelmatrix
Sie wird auch Nagelwurzel genannt und entsteht durch eine Einstülpung der Oberhaut. Hier wird der Nagel gebildet und zwar dadurch, dass durch Zellteilung die neuen Zellen die verhornten nach vorne schieben, wodurch der Nagel entsteht. Wird die Matrix verletzt, verändert sich auch das Nagelwachstum oder es kann sogar gar kein Nagel mehr gebildet werden, sollte sie zu stark beschädigt werden.

Die Nagelplatte
Durch die in der Matrix entstandenen Zellen bildet sich die Nagelplatte, welche fest am Nagelbett haftet. Der Teil, der vorne über das Nagelbett bzw. die Fingerkuppe ragt, wird als freier Nagelrand bezeichnet. Dort wird er durch ein kleines Häutchen, dem Hyponychium festgehalten, welches sich unter dem Nagel befindet. Die Nagelplatte besteht aus drei übereinander liegenden Keratinschichten: die untere ist am weichsten, die oberste am härtesten, da das Keratin an der Luft härtet. Verschmelzen die unterschiedlichen Zellen oder Schichten nicht richtig miteinander, entstehen kleine Hohlräume, die weißlich erscheinen. Dies ist nicht schlimm und wächst mit der Zeit heraus.

Das Nagelbett
Das Nagelbett liegt direkt unter der Nagelplatte und ist sozusagen eine Verlängerung der Matrix. Es enthält viele Nervenbahnen und Blutgefäße, welche dem Nagel auch ihre rosige Farbe geben. Gesundheitliche Veränderungen lassen sich ebenfalls hier feststellen, wie etwa durch Verfärbungen.

Der Nagelwall / Nagelfalz
Die Nagelplatte ist am Ende, zum Finger hin, und zu den Seiten von einer Hautfalte umgeben. Die Haut an den beiden Seiten wird Nagelfalz genannt, das Stück am Ende nennt man Nagelwall. Dieser bildet die Nageltasche, in der der Nagel eingebettet ist. Ausserdem bildet sich daraus ein kleines Häutchen, das Eponychium, welches auf der Nagelplatte aufliegt und so das Eindringen von Fremdkörpern verhindert und den Nagel schützt. Deshalb sollte es auch niemals abgeschnitten, sondern nur vorsichtig zurückgeschoben werden. Am Besten geht dies, wenn die Haut weich ist, nach dem Duschen oder Baden zum Beispiel. Pflegen kann man sie regelmäßig mit einem qualitativ hochwertigen Öl, das hält sie geschmeidig und verhindert ein Einreißen.